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Gundermann
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Der Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der LippenblĂŒtler (Lamiaceae). Die wintergrĂŒne, ausdauernd krautige Pflanze bildet lange, niedrige AuslĂ€ufer. Einige der sekundĂ€ren Pflanzeninhaltsstoffe bedingen eine Giftigkeit fĂŒr viele SĂ€ugetiere, dennoch dient die Pflanze vielen Wirbellosen als Futterpflanze. Aufgrund der Ă€therischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann frĂŒher als GewĂŒrzpflanze verwendet und junge BlĂ€tter als GemĂŒse gekocht. Die Pflanze fand bereits bei den germanischen Völkern als Heil- und Zauberpflanze Verwendung. Der Gundermann ist im Großteil Europas verbreitet. In Mitteleuropa ist er sehr hĂ€ufig. Er kommt außerdem in West- und Nordasien bis Japan, Hongkong und Tonkin vor. In Neuseeland, USA und Kanada wurde er durch den Menschen eingeschleppt.

Contents

‱ Frucht
‱ Wachstum
‱ Vorkommen
‱ Verbreitung
‱ Standorte
‱ Systematik
‱ Name
‱ Verwendung
‱ Geschichte
‱ Quellen
‱ Quellen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Beschreibung

Erscheinungsbild und Blatt

Der Gundermann wĂ€chst als wintergrĂŒne, ausdauernde krautige Pflanze. Die Behaarung (Indument) der Pflanzenteile ist variabel: HĂ€ufig ist sie fast kahl, sie kann aber auch dicht weich behaart sein.cite-ref-fischer-1-0[1] StĂ€ngel und Blattunterseite sind hĂ€ufig purpurn ĂŒberlaufen. Die nichtblĂŒhenden Sprossachsen kriechen als AuslĂ€ufer (Stolonen) am Boden, besitzen einen quadratischen Querschnitt und sind an vielen Knoten bewurzelt. Aufgrund ihres sehr raschen Wachstums und ihrer reichen Verzweigung sorgen sie fĂŒr eine vegetative Vermehrung; der Hauptspross kann bis zu 2 Meter LĂ€nge erreichen. Der Gundermann ist ein Flachwurzler; die BlĂŒtentriebe sind 10 bis 30 Zentimeter hoch, aufsteigend bis aufrecht, und haben ebenfalls einen quadratischen Querschnitt.

Die LaubblĂ€tter sind kreuzgegenstĂ€ndig angeordnet. Die Blattstiele sind in der LĂ€nge sehr variabel, jedoch kĂŒrzer als die Internodien. Ihre LĂ€nge reicht von rund einem Zentimeter bis zu 20 Zentimetern in dichter Vegetation. Die Blattspreiten sind mit einer LĂ€nge von 0,4 bis 3,5 Zentimeter und einer Breite von 0,6 bis 4 Zentimeter, meist jedoch nicht breiter als 3 Zentimeter, nierenförmig bis rundlich-herzförmig mit stumpfer oder spitzlicher Blattspitze. Der Blattrand ist grob gekerbt.cite-ref-sf-2-0[2] Es können gelegentlich aber auch Blattspreiten mit bis zu 8 Zentimetern Durchmesser vorgefunden werden.cite-ref-hutchings-3-0[3]

BlĂŒtenstand und BlĂŒte

Die zwei- bis fĂŒnfblĂŒtigen BlĂŒtenstĂ€nde entspringen den Achseln von LaubblĂ€ttern. Die DeckblĂ€tter (Brakteolen) der einzelnen BlĂŒten sind 1 bis 1,5 Millimeter groß und behaart.

Die BlĂŒten sind die fĂŒr die LippenblĂŒtler typischen zygomorphen LippenblĂŒten. Der Kelch ist röhren- bis glockenförmig, leicht zweilippig und besitzt 15 Nerven. Die Krone ist meist 15 bis 22 (6 bis 25) Millimeter lang und von blau-violetter Farbe mit purpurnen Flecken an der Unterlippe; selten ist die Krone rosa oder weiß. Die Oberlippe der Krone ist flach und hat drei dreieckige ZĂ€hne, die rund 0,2- bis 0,3-mal so lang wie die Kronröhre sind. Die Unterlippe hat zwei ZĂ€hne. Die Kronröhre ist schmal konisch, gerade und behaart. Es sind zwei lange und zwei kurze StaubblĂ€tter ausgebildet. Sie befinden sich an der Unterseite der Oberlippe. Die PollensĂ€cke öffnen sich mit LĂ€ngsschlitzen. Zwei FruchtblĂ€tter sind zu einem oberstĂ€ndigen, vierfĂ€chrigen Fruchtknoten verwachsen, wobei jedes Fach eine Samenanlage enthĂ€lt.

Die BlĂŒten sind zwittrig. Es kommen auch mĂ€nnlich-sterile BlĂŒten vor. Diese sind meist kleiner, und die reduzierten StaubblĂ€tter sind in die Kronröhre integriert. Klone bilden dabei entweder nur zwittrige oder nur mĂ€nnlich-sterile BlĂŒten. Die Ausbildung des Geschlechts ist nicht rein genetisch bedingt. Unter gĂŒnstigen Wachstumsbedingungen können viele mĂ€nnliche Klone zwittrige BlĂŒten hervorbringen. In seltenen FĂ€llen wurden rein weibliche BlĂŒten beobachtet.cite-ref-d-ll-4-0[4] Die BlĂŒtezeit liegt meist zwischen April und Juni (Juli).

Die BlĂŒtenformel lĂ€sst sich so darstellen: ↓ ↓ K ( 5 ) [ C ( 5 ) A 4 ] G ( | 2 ) _ _ {\displaystyle \downarrow \;K_{(5)}\;[C_{(5)}\;A_{4}]\;G_{\underline {(|2)}}}

Frucht

Die Klausenfrucht zerfĂ€llt in vier TeilfrĂŒchte. Jedes Fruchtknotenfach entwickelt sich zu einer nĂŒsschenartigen Teilfrucht (Klause). Jede Klause ist eiförmig und glatt und dabei an den Seiten, wo sie die Nachbarn berĂŒhrt, leicht eingedrĂŒckt. Die Klausen tragen einen grauen Auswuchs, der als Elaiosom gedeutet wird. Bei der Reife verschleimt das Perikarp. Das Gewicht der Klausen betrĂ€gt rund 0,7 Milligramm. Die Samen sind 1,9 mal 1,1 Millimeter groß. Die Klausen werden durch Kleb-Ausbreitung und durch Ameisen ausgebreitet. Die Fruchtreife erfolgt zwischen Juni und August.cite-ref-d-ll-4-1[4]

Chromosomenzahl

Es gibt diploide und tetraploide Cytotypen mit Chromosomenzahlen von 2n = 18 oder 36.cite-ref-ipcn-5-0[5]

Inhaltsstoffe

An Inhaltsstoffen wurden aus dem Gundermann verschiedene Flavonoide (Cymarosid, Cosmosyn, Hyperosid, Isoquercetin und Luteolin-7-Di-Glukosid) und nicht-heterosidische Triterpenoide (UrsolsĂ€ure, n-Nonacosan, ÎČ-Sitosterol) isoliert.cite-ref-hutchings-3-1[3] Sie enthalten auch 0,03 bis 0,06 Prozent Ă€therische Öle, die aus (−)-Pinocamphon, (−)-Menthon, (−)-Pulegon, α-Pinen, ÎČ-Pinen, Limonen, p-Cymen, Isomenthon, Isopinocamphon, Linalool, Menthol und α-Terpineol bestehen. Gerbstoffe sind mit 3 bis 7 Prozent vertreten. Daneben kommen noch ein nicht genauer bekannter Bitterstoff namens Glechomin sowie Marrubiin und Saponine vor.cite-ref-giftpflanzen-6-0[6] Die BlĂ€tter enthalten auch Lektine, die spezifisch N-Acetylgalactosamin binden und die den Lektinen der HĂŒlsenfrĂŒchtler (Fabaceae) Ă€hnlich sind.cite-ref-wang-al2003-7-0[7]

Forschungen, die die pharmakologischen Eigenschaften des Gundermann klĂ€ren, lassen sich nur vereinzelt finden: Bei Sesquiterpenen aus Gundermann konnten in Versuchen cytotoxische Eigenschaften auf verschiedene Krebsarten nachgewiesen werden.cite-ref-glechcanc-8-0[8] Des Weiteren ließ sich eine antibakterielle, antioxidativecite-ref-glechanti-9-0[9] und entzĂŒndungshemmendecite-ref-glechantiinflamm-10-0[10] Wirkung feststellen.

Weitere Illustrationen

Ökologie

Wachstum

Die Keimung erfolgt epigĂ€isch, die KeimblĂ€tter sind grĂŒn und entfalten sich außerhalb der Samenschale. Die ersten FolgeblĂ€tter werden rund eine Woche nach der Keimung gebildet.

Der Gundermann bildet lange, niedrige AuslĂ€ufer, von denen aufrechte BlĂŒtensprosse aufsteigen. Der kriechende Hauptspross bildet alle 8 bis 15 Zentimeter Seitensprosse. Die jungen Seitensprosse werden zunĂ€chst von ihrem Tragblatt ernĂ€hrt, sind aber relativ bald physiologisch unabhĂ€ngig und leiten auch keine Photosyntheseprodukte an den Mutterspross zurĂŒck. Sie sind eigenstĂ€ndige Rameten. Das Wachstum der Internodien ist relativ rasch abgeschlossen, es wachsen lediglich zwei Internodien gleichzeitig. Das Wachstum von Blattstiel und Blattspreite hĂ€lt lĂ€nger an und dient der Anpassung an Ă€ußere Faktoren. In Konkurrenz mit anderen Pflanzen wird bei Beschattung die Verzweigung reduziert, die LĂ€nge der Internodien und der Blattstiele steigt signifikant an.

Bei inhomogener Verteilung der NĂ€hrstoffe im Boden werden die Adventiv-Wurzeln in nĂ€hrstoffreichen Bereichen rascher und zahlreicher gebildet als in nĂ€hrstoffarmen Bereichen. Bei fleckigem Lichtangebot sind Verzweigungsgrad, BlattflĂ€che und Biomasse-Anteil der BlĂ€tter in den Bereichen mit hohem Lichtangebot höher, die BlattstiellĂ€nge kĂŒrzer.

Die Überwinterung erfolgt in Form von zweiblĂ€ttrigen Sprossteilen oder von acht- bis zehnblĂ€ttrigen Rosetten. Die Pflanzen sind also wintergrĂŒn. Ab April setzt das Wachstum wieder ein, die Rosetten bilden aufrechte Sprosse. An diesen Sprossen werden von April bis in den Juli die BlĂŒten gebildet. Nach der BlĂŒte biegen sich die Sprosse zu Boden und wachsen horizontal weiter.cite-ref-hutchings-3-2[3]

Die Wurzeln sind oft von ArbuskulÀren Mykorrhizapilzen besiedelt, mit denen sie in Symbiose leben.cite-ref-hutchings-3-3[3]

BlĂŒtenbiologie

Die ZwitterblĂŒten des Gundermanns sind selbstfertil, das heißt Befruchtung innerhalb einer Pflanze kann vorkommen. Zur SelbstbestĂ€ubung ist jedoch der Besuch eines Insekts notwendig. Die BlĂŒten sind jedoch protandrisch, also vormĂ€nnlich: In frisch geöffneten BlĂŒten steht die Narbe ĂŒber den Antheren und wird von einem besuchenden Insekt praktisch nicht berĂŒhrt. Wenn die Antheren ihren Pollen abgegeben haben, krĂŒmmt sich die Narbe nach unten.

Die BlĂŒten sind Lippenblumen und bilden Nektar, der an der Basis des Fruchtknotens gebildet wird. Er enthĂ€lt die Zucker Fruktose, Glukose und Saccharose im VerhĂ€ltnis 1,0:1,1:3,6. Eine BlĂŒte enthĂ€lt im Schnitt 0,3 Mikroliter Nektar mit durchschnittlich 43 Gewichtsprozenten Zucker.

Die BestĂ€ubung erfolgt meist durch Hummeln und Pelzbienen. Obwohl manchenorts als unerwĂŒnschtes „Unkraut“ betrachtet, muss der Gundermann in Mitteleuropa zu den wichtigsten FrĂŒhjahrsblumen fĂŒr vielerlei Wildbienen gezĂ€hlt werden. HĂ€ufige BlĂŒtenbesucher sind auch Schwebfliegen, Wollschweber der Gattung Bombylius sowie KĂ€fer und Ameisen.cite-ref-hutchings-3-4[3] Schwebfliegen nehmen dabei nur Pollen auf.cite-ref-d-ll-4-2[4] Auch einige Schmetterlinge zĂ€hlen zu den BlĂŒtenbesuchern (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).cite-ref-floraweb-falter-11-0[11]

Herbivoren, BekÀmpfung und Krankheiten

Aufgrund der Ă€therischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann frĂŒher als GewĂŒrzpflanze verwendet. Einige der sekundĂ€ren Pflanzeninhaltsstoffe bedingen aber auch eine Giftigkeit fĂŒr viele SĂ€ugetiere, besonders Pferde,cite-ref-giftpflanzen-6-1[6] aber auch fĂŒr andere Nutztiere und etliche Nagetiere.cite-ref-hutchings-3-5[3] Vergiftungen beim Menschen sind nicht bekannt.cite-ref-giftpflanzen-6-2[6] Der Futterwert wird als ohne oder sehr gering angegeben.cite-ref-dierschke-12-0[12] In der Landwirtschaft gilt er deshalb als Unkraut, welches gezielt mit Glufosinat bekĂ€mpft werden kann.cite-ref-13[13]

Der Gundermann dient jedoch vielen Wirbellosen (Invertebrata) als Futterpflanze. Hutchings & Price nennen drei Schnabelkerfe (Hemiptera), fĂŒnf ZweiflĂŒgler (Diptera) und 21 Schmetterlingsarten. Die Gundermann-Gallwespe (Liposthenes glechomae) verursacht Gallen.cite-ref-hutchings-3-6[3]

Vier parasitische Pilze sind bekannt, die diese Pflanze befallen: Der weit verbreitete Rostpilz Puccinia glechomatis DC. ist in der Zeit von Juni bis Oktober hÀufig auf Gundermann zu finden. Daneben treten die beiden Mehltaue Erysiphe galeopsidis DC., Erysiphe biocellata Ehrenb. sowie die Hyphomycete Ramularia calcea (Desm.) Ces. ebenfalls hÀufig auf.cite-ref-hutchings-3-7[3]

Vorkommen

Verbreitung

Der Gundermann ist im Großteil Europas verbreitet. Er fehlt nur auf den Balearen, Kreta, den FĂ€röern, Island, Spitzbergen und in der TĂŒrkei. In Mitteleuropa ist er sehr hĂ€ufig. Er kommt außerdem in West- und Nordasien bis Japan, Hongkong und Tonkin vor. In Neuseeland, USA und Kanada wurde er durch den Menschen eingeschleppt.cite-ref-wcsp-14-0[14] In Europa kommt die Art besonders in den temperaten Zonen des ozeanischen und subozeanischen Bereiches vor. Auf den Britischen Inseln fĂ€llt die nördliche Verbreitungsgrenze mit der 12-°C-Juli-Isotherme zusammen. In Kanada ist die Grenze die 12-°C-Juli- und die −12-°C-Januar-Isotherme. Die Verbreitung ist damit eurasisch boreo-temperat, unter Einbeziehung der Regionen, in denen die Pflanze mittlerweile eingebĂŒrgert ist, auch circumpolar boreo-temperat.cite-ref-hutchings-3-8[3] Ellenberg gibt als KontinentalitĂ€tszahl 3 an, subozeanisch bis ozeanisch.cite-ref-ellenberg-15-0[15]

Der Gundermann kommt von Meeresniveau bis zur montanen Höhenstufe vor. Auf den Britischen Inseln steigt er in Höhenlagen von bis zu 400 Metern, in Schweden bis 350 Metern, im Kanton Wallis bis 1600 Meterncite-ref-hegigams1964-16-0[16] Seehöhe. In den AllgÀuer Alpen steigt er im Tiroler Teil bei Oberellenbogen bei Steeg bis zu 1250 m Meereshöhe auf.cite-ref-d-rr-und-lippert-17-0[17]

Standorte

Der Gundermann kommt bevorzugt auf feuchten, schweren, fruchtbaren sowie kalkhaltigen Böden vor. Am hĂ€ufigsten ist er auf Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5, er gedeiht aber noch bei einem pH-Wert von 4,0.cite-ref-hutchings-3-9[3] Ellenberg gibt als Feuchtezahl 6 (Frische- bis Feuchtezeiger), als Reaktionszahl x (indifferent) und als Stickstoffzahl 7 (an stickstoffreichen Standorten) an.cite-ref-ellenberg-15-1[15] Der Gundermann vertrĂ€gt kein Salz. HĂ€ufiges Auftreten ist an eine gute Phosphat-, Nitrat- und Kalzium-Versorgung gebunden. Dazu ist jedoch zusĂ€tzlich notwendig, dass potenziell ĂŒberlegene Konkurrenzpflanzen durch Schatten oder hĂ€ufige Störungen nicht aufkommen.

Gundermann ist kennzeichnend fĂŒr die nitratreichen und feuchtebedĂŒrftigen Saumgesellschaften, die sogar nach ihr benannt wurden (Glechometalia). HĂ€ufig ist diese Pflanze auch in WaldsĂ€umen, Hecken und AuengebĂŒschen zu finden. Im pflanzensoziologischen System werden diese der Klasse der mesophilen Staudenfluren (Galio-Urticetea dioicae Pass. 1967), der Klasse der Brennnessel-Holunder-GebĂŒsche (Urtico-Sambucetea Doing 1962), der Ordnung der Schlehen-Hecken und -GebĂŒsche (Prunetalia Tx. 1952) und der Ordnung der Weiden-UfergebĂŒsche und -gehölze (Salicetalia purpureae Moor 1958) zugeordnet.cite-ref-rothmaler-18-0[18]

Ein zweiter Standortschwerpunkt sind WĂ€lder mit mĂ€ĂŸig feuchten bis feuchten Böden, die wenig sauer sind: Sie werden im pflanzensoziologischen System als Verband der Mesotrophen Eichen-HainbuchenwĂ€lder (Eu-Carpinion Scam. et Pass. 1959) in der Ordnung der Edellaub-MischwĂ€lder (Fraxinetalia Scam. et Pass. 1959) bezeichnet.cite-ref-rothmaler-18-1[18]

Der dritte Standortschwerpunkt ist die Klasse der Wirtschaftswiesen (Molinio-Arrhenatheretea Tx. 1937). Hier blĂŒht der Gundermann in der Wiesen-Schaumkraut-Löwenzahn-Phase zusammen mit anderen niedrigwĂŒchsigen Pflanzen. Auch in den Wiesen kennzeichnet die Art frische, langzeitig gut wasserversorgte, sowie gut stickstoffversorgte Standorte. Innerhalb der Wirtschaftswiesen ist der Gundermann eine diagnostische Art der mittleren Standorte (Arrhenatheretalia Tx. 1931). Besonders hĂ€ufig ist er hier in den Glatthafer-Fettwiesen (Arrhenatheretum) zu finden. Außerhalb der Wirtschaftswiesen kommt der Gundermann besonders in Vielschnittrasen der GĂ€rten und Parks vor. Er vertrĂ€gt Mahd sehr gut, Weide und Trittbelastung jedoch nur mĂ€ĂŸig.cite-ref-dierschke-12-1[12]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mĂ€ĂŸig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), NĂ€hrstoffzahl N = 3 (mĂ€ĂŸig nĂ€hrstoffarm bis mĂ€ĂŸig nĂ€hrstoffreich), KontinentalitĂ€tszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).cite-ref-infoflora-19-0[19]

Systematik

Die Gattung Glechoma gehört zur Untertribus Nepetinae in der Tribus Mentheae in der Unterfamilie Nepetoideae innerhalb der Familie der LippenblĂŒtler (Lamiaceae). Ihre nĂ€chsten Verwandten in der heimischen Flora sind die Katzenminzen (Nepeta) und der Drachenkopf (Dracocephalum).cite-ref-fischer-1-1[1] Die Art Glechoma hederacea wurde von Carl von LinnĂ© 1753 in Species Plantarum erstveröffentlicht.cite-ref-species-plantarum-20-0[20]cite-ref-tropicos-21-0[21]

Der Gundermann kommt in Mitteleuropa in zwei Varianten vor, die heute als getrennte Arten gefĂŒhrt werden: der hier beschriebene Echte Gundermann (Glechoma hederacea) und der Haarige Gundermann (Glechoma hirsuta Waldst. & Kit.), der hĂ€ufig als Unterart Glechoma hederacea subsp. hirsuta (Waldst. & Kit.) Gams gefĂŒhrt wird. Der Haarige Gundermann ist tetraploid und eher sĂŒdosteuropĂ€isch verbreitet.cite-ref-fischer-1-2[1] Hybriden zwischen den beiden Arten wurden beobachtet. Auch die frĂŒhere Unterart Glechoma hederacea subsp. grandis (A.Gray) H.Hara aus Ostasien wird jetzt als eigene Art Glechoma grandis (A.Gray) Kuprian. gefĂŒhrt.cite-ref-focgrandis-22-0[22]

Name

Der heute ĂŒbliche deutsche Trivialname Gundermann oder Gundelrebe leitet sich möglicherweise vom althochdeutschen/gotischen gund „Eiter“ oder „GeschwĂŒr“cite-ref-23[23] ab, was auf die frĂŒher gebrĂ€uchliche Verwendung als Heilpflanze hinweisen wĂŒrde.cite-ref-dietl-24-0[24]cite-ref-beffa-25-0[25] Im Althochdeutschen wurde diese Pflanze aber auch als gundarebacite-ref-26[26] bezeichnet,cite-ref-arens29-27-0[27]cite-ref-scherf-28-0[28] mittelhochdeutsch auch als gunderĂ«be.cite-ref-29[29] Ein weiterer Trivialname der am Boden mit efeuartig verlaufenden Ranken wachsenden, im Mittelhochdeutschen auch grundrebe genannten Pflanze ist Erd-Efeu (lateinisch Hedera terrestriscite-ref-30[30]cite-ref-31[31] oder auch Edera terrestriscite-ref-32[32]).cite-ref-33[33] Auf die Verwendung als GewĂŒrzpflanze weist der Name Soldatenpetersilie hin.cite-ref-gallwitz-34-0[34] Im Niederdeutschen wurde die Pflanze in Anspielung auf ihren typischen Standort auch als Heckenkieker bezeichnet.cite-ref-arens29-27-1[27]

Die Gattungsbezeichnung Glechoma geht auf das griechische Wort glechon fĂŒr Polei-Minze (Mentha pulegium) zurĂŒck und wurde von LinnĂ© auf den Gundermann ĂŒbertragen. Das Artepitheton hederacea bedeutet „efeuartig, efeublĂ€ttrig“.cite-ref-genaust-35-0[35]cite-ref-sf-2-1[2]

Verwendung

Im FrĂŒhling gesammelte junge BlĂ€tter wurden frĂŒher als GemĂŒse gekocht, unter anderem in GrĂŒndonnerstagsgerichten.cite-ref-kuster83-36-0[36] Aufgrund der Bitterstoffe und Ă€therischen Öle fand die Pflanze außerdem als GewĂŒrz Verwendung.cite-ref-gallwitz-34-1[34] Der Geruch und Geschmack wird als harzig-aromatisch, minzĂ€hnlich und lakritzartig beschrieben.cite-ref-dietl-24-1[24]cite-ref-beffa-25-1[25]

Vor der Kultivierung des Hopfens wurde der Gundermann aufgrund seiner Bitterstoffe zur Konservierung von Bier genutzt.cite-ref-hutchings-3-10[3]

Bei der KĂ€seherstellung wurde Gundermann als Ersatz fĂŒr tierisches Lab verwendet.cite-ref-37[37]

Als Lebensmittelzusatzstoff hat Gundermann auch antioxidative Wirkung.cite-ref-38[38]

Gundermann wird und wurde selten im Garten angebaut. In der Regel wurde er gesammelt. In mittelalterlichen KlostergĂ€rten wurde er gelegentlich als Arzneipflanze gezogen.cite-ref-kuster83-36-1[36] Heute wird Gundermann gelegentlich in ZiergĂ€rten gepflanzt. Im Handel sind mehrere Zuchtformen. Auffallend ist eine variegate Form mit weiß gefleckten BlĂ€ttern und eine sehr reich blĂŒhende, bis 30 cm hohe Form, die sich als Bodenbedecker eignet.cite-ref-dietl-24-2[24]cite-ref-beffa-25-2[25]

Geschichte

Der reiche und regional sehr unterschiedliche Aberglaube rund um diese Pflanzenart gilt als Hinweis, dass sie bereits bei den germanischen Völkern als Heil- und Zauberpflanze Verwendung fand. Als Heil- und Schutzzauber sollte er gegen Krankheiten wie Pest, auch gegen Hexen wirken. In vielen Regionen spielte er eine Rolle in Milchzaubern.cite-ref-hanns-b-chtold-st-ubli-40-0[40] Zur Walpurgisnacht am 1. Mai wurde der von den Germanen als Zaunkraut bezeichnete Gundermann zu KrÀnzen gebunden, durch die man Hexen erblicken konnte.cite-ref-41[41]

In der Hildegard von Bingen zugeschriebenen Physica ist die Gundelrebe erstmals sicher nachzuweisen und als „gunde reben“ bezeichnet. Dort wurde die Pflanze zur Ă€ußerlichen und innerlichen Anwendung bei ErschöpfungszustĂ€nden empfohlen. Gleiche oder Ă€hnliche Aussagen finden sich verstreut in sĂŒddeutschen KrĂ€uterbuchhandschriften des 15. Jahrhunderts.cite-ref-42[42] Vom Hildegard-Text ĂŒber die „gundereben“ beeinflusst sind auch die AusfĂŒhrungen des aus dem 15. Jahrhundert ĂŒberlieferten „Alemannischen KrĂ€uterbuchs“, in dem die „grundreb“ als giftwidriges Mittel beschrieben wurde.cite-ref-43[43] In der nordeuropĂ€ischen Volksmedizin wurde der Gundermann in diesem Sinn therapeutisch verwendet.

Die gelehrten Ärzte des SpĂ€tmittelalters und der frĂŒhen Neuzeit glaubten den Gundermann in der Beschreibung zu erkennen, die Dioskurides und Plinius von der Pflanze „Chamaikissos“ gegeben hatten. Sie ĂŒbertrugen die von diesen antiken Autoren angegebenen Wirkungsangaben fĂŒr den „Chamaikissos“ auf das Gundermannkraut und sie gaben ihm den Namen „Erdepheu“. Sie ergĂ€nzten die volksmedizinischen Anwendungen durch die Indikationen, welche die antiken Autoren fĂŒr das „Chamaikissos“ aufzĂ€hlten: Ischiaserkrankung, Milzerkrankung, Brandwunden und Leberverstopfung mit Gelbsucht. DarĂŒber hinaus deutete Hermann von Neuenahr in seinen Annotationes aliquot herbarum den Gundermann als die „Elatine“ des Dioskurides und er ĂŒbertrug die der „Elatine“ (Leinkrautart wie Echtes Leinkraut, lateinisch Linariacite-ref-44[44]) zugeschriebenen Indikationen AugenentzĂŒndung und Dysenterie auch auf den Gundermann.cite-ref-45[45]

Am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert Ă€ußerten sich die meisten Ärzte kritisch zur volksmedizinischen Anwendung des Gundermanns. Mangels Alternative tolerierten sie jedoch die Behandlung der Lungentuberkulose mit diesem Mittel.

In China wurde die Glechoma-Art Glechoma longituba (Nakai) Kuprian. (é‡‘éŒąè‰ jÄ«n qiān cǎo) erstmals in dem 1765 erschienenen KrĂ€uterbuch „Bencao Gangmu Shiyi“ („ErgĂ€nzungen zum Bencao Gangmu“ des Li Shizhen) erwĂ€hnt. In den aktuellen Chinesischen ArzneibĂŒchern wird Glechoma longituba nicht aufgefĂŒhrt.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]

Quellen

‱ Antike – SpĂ€tantike: Dioskurides 1. Jh.cite-ref-48[48] --- Plinius 1. Jh.cite-ref-49[49] --- Galen 2. Jh.cite-ref-50[50]
‱ Arabisches Mittelalter: Ibn al-Baitar 13. Jh.cite-ref-51[51]
‱ Lateinisches Mittelalter: Hildegard von Bingen 12. Jh.cite-ref-52[52] --- Matthaeus Silvaticus, 13.–14. Jh.cite-ref-53[53] --- Herbarius Moguntinus, Mainz 1484cite-ref-54[54] --- Gart der Gesundheit, Mainz 1485cite-ref-55[55] --- Hortus sanitatis, Mainz 1491cite-ref-56[56] --- Hieronymus Brunschwig, Straßburg 1500.cite-ref-57[57]
‱ Neuzeit: Otto Brunfels, Straßburg 1532cite-ref-58[58] --- Hieronymus Bock, Straßburg 1539cite-ref-59[59] --- Leonhart Fuchs, Basel 1543cite-ref-60[60] --- Mattioli / Handsch / Camerarius 1586cite-ref-61[61] --- Nicolas LĂ©mery 1699/1721cite-ref-62[62] --- Onomatologia medica completa 1755cite-ref-63[63] --- William Cullen 1789/90cite-ref-64[64] --- Jean-Louis Alibert 1805/05cite-ref-65[65] --- Hecker 1814/15cite-ref-66[66] --- Philipp Lorenz Geiger 1830cite-ref-67[67] --- Wolfgang Schneider 1974cite-ref-68[68]

Historische Abbildungen

Quellen

Literatur

‱ Michael J. Hutchings, Elizabeth A. C. Price: Biological Flora of the British Isles. No. 205. Glechoma hederacea L. (Nepeta glechoma Benth., N. hederacea (L.) Trev.). In: Journal of Ecology. Band 87, Nr. 2, 1999, S. 347–364, doi:10.1046/j.1365-2745.1999.00358.x.
‱ Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
‱ Horst Pulkowski: Mein Name ist Gundermann. Eine (außer)gewöhnliche Pflanze im Spiegel der deutschsprachigen Literatur. (= Aisthesis Essay. Band 43). Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8498-1136-5.

‱ Gundermann. In: Hanns BĂ€chtold-StĂ€ubli (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 3, Weltbild, Augsburg 2005, ISBN 3-8289-0808-X, Sp. 1203–1206 (Nachdruck der Originalausgabe von 1931).
‱ Der Gundermann. Altes Brauchtum und neues Wissen von einer deutschen FrĂŒhlingsblume. In: BlĂ€tter fĂŒr Schulpraxis und Erziehungswissenschaft. 47, Heft 4, 1936, S. 1–5.

‱ Frauke Gaedeke: Glechoma. In: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. 5. Auflage. Band 5: Drogen E-O. Springer, Berlin u. a. 1993, ISBN 3-540-52638-2, S. 292–296.

Einzelnachweise

cite-note-fischer-11. ↑ Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora fĂŒr Österreich, Liechtenstein und SĂŒdtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
cite-note-sf-22. ↑ Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
cite-note-hutchings-33. ↑ Michael J. Hutchings, Elizabeth A. C. Price: Biological Flora of the British Isles. No. 205. Glechoma hederacea L. (Nepeta glechoma Benth., N. hederacea (L.) Trev.). In: Journal of Ecology. Band 87, Nr. 2, 1999, S. 347–364, doi:10.1046/j.1365-2745.1999.00358.x.
cite-note-d-ll-44. ↑ Ruprecht DĂŒll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6., völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7, S. 224.
cite-note-ipcn-55. ↑ Glechoma hederacea bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
cite-note-giftpflanzen-66. ↑ Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Giftpflanzen von A–Z. Notfallhilfe. Vorkommen. Wirkung. Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. 4. Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-933203-31-7, S. 374–375 (Nachdruck von 1994).
cite-note-wang-al2003-77. ↑ Weifang Wang, Willy J. Peumans, Pierre RougĂ©, Claire Rossi, Paul Proost, Jianping Chen, Els J. M. Van Damme: Leaves of the Lamiaceae species Glechoma hederacea (ground ivy) contain a lectin that is structurally and evolutionary related to the legume lectins. In: The Plant Journal. Band 33, 2003, S. 293–304, doi:10.1046/j.1365-313X.2003.01623.x.
cite-note-glechcanc-88. ↑ J. Kim, I. Lee, D. Ha, J. Seo, B. Min, I. Yoo, K. Bae: New sesquiterpene lactones from Glechoma hederacea L. and their cytotoxic effects on human cancer cell lines. In: Planta Medica. Band 77, Nummer 9, Juni 2011, ISSN 1439-0221, S. 955–957, doi:10.1055/s-0030-1250665. PMID 21243589.
cite-note-glechanti-99. ↑ Y. Kumarasamy, P. J. Cox, M. Jaspars, L. Nahar, S. D. Sarker: Biological activity of Glechoma hederacea. In: Fitoterapia. Band 73, Nummer 7–8, Dezember 2002, ISSN 0367-326X, S. 721–723. PMID 12490241.
cite-note-glechantiinflamm-1010. ↑ H. J. An, H. J. Jeong, J. Y. Um, H. M. Kim, S. H. Hong: Glechoma hederacea inhibits inflammatory mediator release in IFN-gamma and LPS-stimulated mouse peritoneal macrophages. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 106, Nummer 3, Juli 2006, ISSN 0378-8741, S. 418–424, doi:10.1016/j.jep.2006.01.024. PMID 16530364.
cite-note-floraweb-falter-1111. ↑ FloraWeb: Schmetterlingsfutterpflanze.
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cite-note-beffa-2525. ↑ Maria Teresa Della Beffa: Der große NaturfĂŒhrer KrĂ€uter. Kaiser, Klagenfurt 2005, ISBN 3-7043-1314-9.
cite-note-2626. ↑ Taylor Starck, John C. Wells: Althochdeutsches Glossenwörterbuch (einschließlich des von Taylor Starck begonnenen Glossenindexes). Heidelberg 1990, S. 244.
cite-note-arens29-2727. ↑ Detlef Arens: Sechzig einheimische Wildpflanzen in lebendigen PortrĂ€ts. DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-2516-9, S. 29.
cite-note-scherf-2828. ↑ Gertrud Scherf: Zauberpflanzen – HexenkrĂ€uter. BLV, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-405-16219-X, S. 156.
cite-note-2929. ↑ Mittelhochdeutsches Wörterbuch.
cite-note-3030. ↑ Vgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft fĂŒr Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 144.
cite-note-3131. ↑ Zur Bezeichnung als auf der Erde wachsendem Efeu bzw. mittelhochdeutsch Ephöu vgl. etwa Petrus Uffenbach (Hrsg.): Pedacii Dioscoridis Anazarbaei Kraeuterbuch 
 (ins Deutsche ĂŒbersetzt von Johannes Danzius), Frankfurt am Main (bei Johann Bringern) 1610, S. 313 f. („Gundelreb, Erdt-Ephew – Chamaecissos, Hedera terrestris [
] gat Blaetter dem Ephew ehnlich“).
cite-note-3232. ↑ Vgl. etwa Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift fĂŒr Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 32 (Edera terrestris „gundelreben“).
cite-note-3333. ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. hrsg. von Walther Mitzka, de Gruyter, Berlin / New York 1967. (Neudruck („21. unverĂ€nderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 277)
cite-note-gallwitz-3434. ↑ Esther Gallwitz: Kleiner KrĂ€utergarten – Blumen und KrĂ€uter bei den Alten Meistern im StĂ€del. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-458-33518-8, S. 139–140.
cite-note-genaust-3535. ↑ Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).
cite-note-kuster83-3636. ↑ Hansjörg KĂŒster: Kleine Kulturgeschichte der GewĂŒrze. C.H. Beck, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-406-42025-7, S. 83–85.
cite-note-3737. ↑ Cheesemakingrecipe.com: Rennet for Cheese Making (Memento vom 30. Juli 2008 im Internet Archive)
cite-note-3838. ↑ M. Milovanovic, D. Zivkovic, B. Vucelic-Radovic: Antioxidant effects of Glechoma hederacea as a food additive. In: Natural product communications. Band 5, Nummer 1, Januar 2010, S. 61–63. PMID 20184023.
cite-note-girl-with-cherries-391. Infos zum GemÀlde Girl with Cherries In: metmuseum.org
cite-note-hanns-b-chtold-st-ubli-4040. ↑ Hanns BĂ€chtold-StĂ€ubli (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 3: Gundermann. Weltbild, Augsburg 2005, ISBN 3-8289-0808-X, Sp. 1204. (Nachdruck der Originalausgabe von 1931)
cite-note-4141. ↑ Claudia MĂŒller-Ebeling, Christian RĂ€tsch, Wolf-Dieter Storl: Hexenmedizin. 8. Auflage. AT Verlag, Aarau 1998, ISBN 3-03800-694-7, S. 19.
cite-note-4242. ↑ Barbara Fehringer: Das „Speyrer KrĂ€uterbuch“ (1456) mit den Heilpflanzen Hildegards von Bingen. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 1994, S. 70: „Accera uel assarus heisset gunde reben: die ist kalter vnd druckener natturen. A) Wer swach ist vnd jme das fleisch sins libes entgett, der siede diß crut in wasser vnd bade do mitt oder esse es in suffen oder gekochet mit fleisch oder in kĂŒchelin, so kompt er wider. B) Wer laugen daruß machet vnd sin houpt dicke dar mit zwehet, daz vertript demme houpt vil sucht. C) Wer böse fĂŒchtniße hett jn syme houpt vnd jme durmelt vnd die oren diesent, der siede das crut in wasser vnd trĂŒcke danne das wasser dar uß vnd leige das crut also warm vff sin houpt: das benymmpt yme den daum vnd macht in hörende. D) Wem we ist vmb die brust, als obe er geswere dar jnne habe, der side dis crut in wasser vnd bade sich do mit vnd leige daz also warm uff sin brust: es hilfft in“.
cite-note-4343. ↑ Alemannisches KrĂ€uterbuch. (1463-66), Cod, S. 386 der Zentralbibliothek Solothurn, Blatt 52r: "Acero grundreb dĂŒ ist gĆŻt wellem uergeben ist nim ir .xij. bletter in ainem mörsser gestossen vnd gib sĂż im in ainem swaiss bad er genisset. Dem der rocz we tĆŻt in dem magen oder an der lunggen so nim der bletter safft mit nĂŒwem bier vnd tĆŻs dick vnd trinks es hilfft." (Digitalisat)
cite-note-4444. ↑ Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 191.
cite-note-4545. ↑ Otto Brunfels: Novi Herbarii Tomus II. Schott, Straßburg 1531, S. 124–125. (Digitalisat)
cite-note-4646. ↑ Zhong yao da ci dian. AusfĂŒhrliches Lexikon der chinesischen Drogen. Shanghai 1975, No. 2889.
cite-note-4747. ↑ Zhong hua ren min gong he guo yao dian 1985. Pharmakopoe der VR China 1985, Band I (Drogen der Traditionellen Chinesischen Medizin)
cite-note-4848. ↑ Pedanios Dioskurides. 1. Jh.: De Medicinali Materia libri quinque. Übersetzung. Julius Berendes. Des Pedanius Dioskurides Arzneimittellehre in 5 BĂŒchern. Enke, Stuttgart 1902, S. 385 (Buch IV, Kapitel 40): Elatine (Digitalisat); S. 434 (Buch IV, Kapitel 124): Chamaikissos (Digitalisat)
cite-note-4949. ↑ Plinius der Ältere, 1. Jh.: Naturalis historia Buch XXIV, Kapitel xlix (§ 82): Cissos erythranos; Übersetzung KĂŒlb 1855 (Digitalisat); Übersetzung KĂŒlb 1855 (Digitalisat). --- Kapitel lxxxiv (§ 135): Chamaecissos (Digitalisat); Übersetzung KĂŒlb 1855 (Digitalisat)
cite-note-5050. ↑ Galen, 2. Jh. De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus, Buch VIII, Kapitel XXII (nach der Ausgabe KĂŒhn 1826, Band XII, S. 153): Chamaecissum (Digitalisat)
cite-note-5151. ↑ Abu Muhammad ibn al-Baitar. 13. Jh. Kitāb al-jāmiÊż li-mufradāt al-adwiya wa al-aghdhiya - Große Zusammenstellung ĂŒber die KrĂ€fte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel. Übersetzung. Joseph Sontheimer unter dem Titel Große Zusammenstellung ĂŒber die KrĂ€fte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel. Band I, Hallberger, Stuttgart 1840, S. 344: Chamakisis (Digitalisat)
cite-note-5252. ↑ Charles Victor Daremberg und Friedrich Anton Reuß (1810–1868). S. Hildegardis Abbatissae Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum Libri Novem. Physica, Buch I, Kapitel 105: Gunderebe. Migne, Paris 1855. Sp. 1171 (Digitalisat) – Übersetzung: Herbert Reier: Hildegard von Bingen Physica. Nach der Textausgabe von J. P. Migne, Paris 1882 ins Deutsche ĂŒbersetzt. Kiel 1980, S. 40: Gunderebe ist mehr warm als kalt und trocken und gehört zu manchen Salben, da ihre Kraft nĂŒtzlich ist. Ein Mensch, der matt ist und dem der Verstand fehlt, bade mit heißem Wasser und koche sie in Mus oder buffen und esse sie mit Fleisch oder Kuchen oft, es wird ihm helfen. Und wenn jemand mit Gundelrebenlauge tĂŒchtig seinen Kopf wĂ€scht, vertreibt er viele Krankheiten von seinem Kopf und verhindert neue Krankheiten. Wem aber schlechte SĂ€fte den Kopf wie doum ermĂŒden, sodass auch seine Ohren dröhnen, erhitze Gundelrebe in warmem Wasser, drĂŒcke das aus und lege es so warm um seinen Kopf. Doum in seinem Kopf mindert es und öffnet sein Gehör. Wer in der Brust oder um sie herum leidet, als habe er innere GeschwĂŒre, lege sie im Bade gekocht und warm auf seine Brust, und er wird es besser haben.
cite-note-5353. ↑ Matthaeus Silvaticus: Liber pandectarum medicinae. Druck Vuster, Bologna 1474, Kapitel CXXV: Camecissos (Digitalisat)
cite-note-5454. ↑ Herbarius Moguntinus, Mainz 1484, Kapitel 59: Edera terrestis. Gunderebe (Digitalisat)
cite-note-5555. ↑ Gart der Gesundheit, Mainz 1485, Kapitel 164: Edera terrestis. Gundelrebe (Digitalisat)
cite-note-5656. ↑ Hortus sanitatis, Mainz 1491, Kapitel 163: Erdra terrestis (Digitalisat)
cite-note-5757. ↑ Kleines Destillierbuch. Straßburg 1500, Blatt 53r–v: Gundreb (Digitalisat)
cite-note-5858. ↑ Otto Brunfels: KrĂ€uterbuch. Straßburg 1532, S. 60: Gundelrebe (Digitalisat)
cite-note-5959. ↑ Hieronymus Bock: KrĂ€uterbuch. Straßburg 1539 Teil II, Kapitel 85: Gundelrebe (Digitalisat)
cite-note-6060. ↑ Leonhart Fuchs: KrĂ€uterbuch. Basel 1543, Kapitel 337: Gundelreb (Digitalisat)
cite-note-6161. ↑ Pietro Andrea Mattioli: Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei, de medica materia. Übersetzung durch Georg Handsch, bearbeitet durch Joachim Camerarius den JĂŒngeren, Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 205v–206r: GundelrĂ€b. Erdephew (Digitalisat)
cite-note-6262. ↑ Nicolas LĂ©mery: Dictionnaire universel des drogues simples. Paris 1699, S. 345: Hedera terrestis (Digitalisat); Übersetzung. VollstĂ€ndiges Materialien-Lexicon. Zu erst in Frantzösischer Sprache entworffen, nunmehro aber nach der dritten, um ein grosses vermehreten Edition [
] ins Hochteutsche ĂŒbersetzt / Von Christoph Friedrich Richtern, [
] Leipzig: Johann Friedrich Braun, 1721, Sp. 518: Hedera terrestis (Digitalisat)
cite-note-6363. ↑ Albrecht von Haller (Herausgeber): Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon das alle Benennungen und Kunstwörter welche der Arzneywissenschaft und Apoteckerkunst eigen sind deutlich und vollstĂ€ndig erklĂ€ret [
] Gaumische Handlung, Ulm / Frankfurt am Main / Leipzig 1755, Sp. 750: Hedera terrestis (Digitalisat)
cite-note-6464. ↑ William Cullen: A treatise of the materia medica. Charles Elliot, Edinburgh 1789. Band II, S. 145: Hedera terrestis (Digitalisat). Deutsch. Samuel Hahnemann. Schwickert, Leipzig 1790. Band II, S. 171: Gundermann (Digitalisat)
cite-note-6565. ↑ Jean-Louis Alibert: Nouveaux Ă©lĂ©ments de thĂ©rapeutique et de matiĂšre mĂ©dicale. Crapart, Paris, Band II 1804/05, S. 39–41: Lierre terrestre (Digitalisat); 5. Auflage 1825, Band I, S. 610–612: Lierre terrestre (Digitalisat)
cite-note-6666. ↑ August Friedrich Hecker’s practische Arzneimittellehre. Revidiert und mit neuesten Entdeckungen bereichert von einem practischen Arzte. Camesius, Wien, Band I 1814, S. 288–289: Herba hederae terrestis (Digitalisat)
cite-note-6767. ↑ Philipp Lorenz Geiger: Handbuch der Pharmacie zum Gebrauche bei Vorlesungen & zum Selbstunterrichte fĂŒr Ärzte, Apotheker & Droguisten. Wolters, Stuttgart, 2. Band, 2. HĂ€lfte 1830, S. 1128–1129: Glechoma hederacea (Digitalisat)
cite-note-6868. ↑ Wolfgang Schneider: Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie. Govi-Verlag, Frankfurt a. M. Band 5/2 (1974), S. 133–134: Glechoma (Digitalisat)

Weblinks

Commons

: Gundermann (

Glechoma hederacea

)

– Sammlung von Bildern

‱ Gundermann. auf FloraWeb.de
‱ Verbreitungskarte fĂŒr Deutschland. In: Floraweb.
‱ Steckbrief und Verbreitungskarte fĂŒr Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
‱ Gundermann. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
‱ Gundermann: Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos In: Flora-de: Flora von Deutschland
‱ Fotos von mehreren Standorten In: GĂŒnther's Homepage
‱ Die Verwendung der Gundelrebe (Gundermann) in der Volksheilkunde